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DINI / DINI-Zertifikat / FAQs zum DINI-Zertifikat

FAQs zum DINI-Zertifikat

Auf dieser Seite finden Sie die häufigsten Fragen zum DINI-Zertifikat und zum Ablauf des Zertifizierungsverfahrens aus Betreibersicht. Diese Informationssammlung wird beständig aktualisiert. Wenn Sie hier auf Ihre Frage keine Antwort finden, wenden Sie sich bitte direkt über das rechts verlinkte Kontaktformular an uns und wir werden schnellstmöglich antworten.

Die Fragen sind entlang der einzelnen Kriterien des Zertifikats geordnet und wir empfehlen die gleichzeitige Konsultation der Zertifikatsbroschüre.

Wenn Sie Ihre Frage hier nicht beantwortet finden, kontaktieren Sie uns gerne über unser Kontaktformular.

Inhalt

Allgemeines und Antragsverfahren

Warum sollten Institutionen ihr Repositorium DINI-zertifizieren?
Einige gute Gründe finden Sie in den 10 Argumenten für das DINI-Zertifikat.

 

Welche Kriterien sind obligatorisch für das DINI-Zertifikat?
Die Erfüllung der Mindestanforderungen sind verpflichtend für den Erhalt des DINI-Zertifikats. Sie sollten die Empfehlungen jedoch perspektivisch ebenfalls berücksichtigen bzw. diese gerne als Anregungen für die Weiterentwicklung Ihres Dienstes nutzen.

 

Wie lange dauert das Zertifizierungsverfahren?
In der Regel sollte das Verfahren innerhalb von zwei Monaten abgeschlossen sein, sofern die Zertifizierung des Dienstes entlang des Kriterienkataloges durch Sie vorbereitet wurde.

 

Wie läuft das Zertifizierungsverfahren ab?
Zunächst wird ein instituts- bzw. serverbezogenes Login vergeben, das bei der DINI-Geschäftsstelle beantragt wird. Anschließend kann mit der Beantwortung der Fragen im Fragebogenformular begonnen werden. Der Fragebogen ist speicherbar und kann zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt wieder aufgerufen werden. Durch die Weitergabe des serverbezogenen Logins kann der Fragebogen auch durch verschiedene Personen bearbeitet werden. In der Regel läuft der Kontakt zwischen der antragstellenden Einrichtung und der Gutachterin bzw. dem Gutachter über die Geschäftsstelle. Ggf. treten die Gutachterin bzw. der Gutachter auch in direkten Kontakt mit der antragstellenden Institution.

 

Gibt es die Möglichkeit, im Zertifizierungsprozess noch Anpassungen vorzunehmen?
Eine kurzfristige Anpassung ist nach Absprache mit dem Gutachter-Team in der Regel möglich, wenn gewährleistet ist, dass daimgs Verfahren fristgerecht zum Abschluss kommt.

 

Können Dienstleister, wie Verbundzentralen, mehrere Angebote gleichzeitig zertifizieren?
Grundsätzlich gilt, dass für jeden zu zertifizierenden Dienst ein eigener Antrag gestellt werden muss. Seit der Version 2013 des DINI-Zertifikats gibt es allerdings die Möglichkeit für Hosting-Anbieter (z.B. Verbundzentralen von Bibliotheksverbünden), ihr Angebot als DINI-Ready evaluieren zu lassen. Für Dienste, die dort technisch gehostet sind, kann die antragstellende Einrichtung auf die bereits evaluierten Teilaspekte zurückgreifen. Antrags- und Begutachtungsverfahren vereinfachen sich dadurch deutlich.

 

Worauf sollten Dienstleisterinnen bzw. Dienstleister achten, die Repositorien für mehrere Institutionen hosten?
Jeder Dienst muss nach außen unabhängig erkennbar sein und über die im DINI-Zertifikat benannten Schnittstellen und Merkmale in Erscheinung treten (u.a. Leitlinien, Upload-Schnittstelle, Rechercheoberfläche, OAI-Schnittstelle).

 

Wie funktioniert der Antragsprozess für Dienste, die durch einen Hosting-Anbieter technisch betrieben werden, der DINI-Ready ist?
Für die Antragstellung ist der normale Fragebogen auszufüllen. Im oberen Teil lässt sich auswählen, ob und bei welchem Hosting-Anbieter der Dienst technisch betrieben wird. Die bereits evaluierten Anforderungen und Empfehlungen sind dann ausgegraut und müssen durch die antragstellende Einrichtung nicht mehr ausgefüllt werden.

 

Welche Hosting-Anbieter sind derzeit als DINI-Ready evaluiert?
Eine aktuelle Liste findet sich unter DINI-Ready.

 

Können auch nicht-deutsche Institutionen das DINI-Zertifikat erwerben?
Nein, weil die rechtlichen Vorgaben nicht ohne weiteres auf andere Länder übertragen werden können bzw. durch DINI die Rechtssituation in anderen Ländern nicht ausreichend geprüft werden kann. Es gibt jedoch aus Gründen der Transparenz eine englische Version des Zertifikats (wird noch veröffentlicht).

 

Wird noch eine Zertifizierung nach 2010 oder 2013 durchgeführt?
Nein, es gibt nur noch Zertifizierungsverfahren für das DINI-Zertifikat 2016. (Eine Übernahme der Daten aus dem Verfahren vorangehender Zertifizierungen ist nicht geplant.)

 

Sollen sich bereits zertifizierte Repositorien um eine Neuzertifizierung nach DINI-Zertifikat 2016 bemühen?
Ja, wir empfehlen ein erneutes Verfahren. Die aktuelle Zertifikatsversion berücksichtigt heutige Anforderungen und Standards. Das Zertifikat 2016 belegt damit die Qualität des Repositoriums auf aktuellem Niveau.

 

Was bedeutet „Open Access“ im Sinne des DINI-Zertifikats?
Nach gegenwärtigem Stand wird im Sprachgebrauch des DINI-Zertifikats eine eher pragmatische Interpretation des Begriffs „Open Access“ verwendet. Wesentlich bzw. Minimalanforderung ist, dass das betreffende Dokument im Volltext vollständig verfügbar ist und ohne Einschränkungen bzw. Zugangshürden gelesen und heruntergeladen werden kann. Dies betrifft insbesondere die Kriterien M.1-4 (transparente Darstellung von OA-Dokumenten auf der Weboberfläche), M.2-8 (über den Dienst bereitgestellte Dokumente müssen überwiegend Open Access sein) und M.A.2-1 (Open-Access-Set für die OAI-Schnittstelle). Die Dienste sind aufgefordert, weitergehende Nutzungsmöglichkeiten, die sich durch Open-Content-Lizenzen ergeben, hervorzuheben bzw. sichtbar zu machen.

 

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Sichtbarkeit des Angebotes

Wozu dient die Registrierung des Repositoriums bei den OAI-Registries OpenDOAR, ROAR, openarchives.org und DINI (Mindestanforderung M.1-3, Empfehlung E.1-1)?
Hierdurch verbessert sich die Sichtbarkeit Ihrer Daten und Services erheblich. Registrierungsinstanzen sind Vermittler zwischen Dokumenten- und Publikationsservices und darauf aufbauenden Diensten (v.a. sog. „OAI Service Provider“, fachliche Netzwerke, oder übergreifende Netzwerke wie BASE,  OpenAIRE, COAR oder OA-Netzwerk). Für die Integration Ihrer Daten in diese Dienste sind Kenntnisse über die Metadaten und Schnittstellen entscheidend.

 

Muss jede Institution ihr Repositorium selbst bei den OAI-Registries (DINI, OpenDOAR, ROAR, OAI) als „Data Provider“ anmelden (Mindestanforderung M.1-3, Empfehlung E.1-1)?
In der Regel ja. Wird Ihr Service durch einen anderen Betreiber gehostet, wie z. B. eine Verbundzentrale, so kann dieser die Registrierung vornehmen.

 

Wie sollte die transparente Darstellung von OA-Publikationen auf der Weboberfläche realisiert sein (Mindestanforderung M.1-4)?
Für den Fall, dass nicht alle über den Dienst bereitgestellten Dokumente als Open Access verfügbar sind, müssen

  • bei den Such- und Navigationseinstiegen gut sichtbare Möglichkeiten bestehen, die Recherche nach OA-Dokumenten einzugrenzen - beispielsweise mit einer neben den Suchergebnissen angebrachten Filterfacette oder einer Checkbox direkt am Suchschlitz der (einfachen) Suche,
  • die OA-Dokumente innerhalb von Suchergebnislisten und sonstigen Dokumentübersichtslisten deutlich kenntlich gemacht werden.

Für den Fall, dass ein Dienst ausschließlich OA-Dokumente anbietet (also alle Metadatensätze unmittelbar zu frei verfügbaren Volltexten führen), können diese Funktionen entfallen. Dann ist aber für das Angebot insgesamt deutlich kenntlich zu machen, dass alle Dokumente als OA verfügbar sind. 

 

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Leitlinien

Wozu dienen die geforderten „Leitlinien“ (Mindestanforderungen M.2-1 ff.)?
In den Leitlinien wird das Serviceangebot (Bereitstellung, Sammelprofil, Rechte und Pflichten der betreibenden Einrichtung, der Einreichenden, Angaben zum Betrieb u.ä.) beschrieben, um dieses den Nutzerinnen und Nutzern (Autorinnen und Autoren, Leserinnen und Lesern, Dienstleisterinnen und Dienstleistern) transparent zu machen.

 

In welcher Form sollten die „Leitlinien“ des Repositoriums angeboten werden (Mindestanforderung M.2-1)?
Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Sie sich bei den bereits DINI-zertifizierten Repositorien ansehen können. Die Leitlinien  sollen ein in sich geschlossenes Dokument bilden, das direkt von der Hauptseite des Gesamtangebots verlinkt angeboten wird.

 

Müssen alle Dokumente Open Access angeboten werden?
Nein. Allerdings muss die überwiegende Zahl der Dokumente des Dienstes als OA bereitstehen (siehe Mindestanforderung M.2-8).

Das DINI-Zertifikat beschreibt, wie Dokumenten- und Publikationsservices das Open-Access-Publizieren von aktueller Forschungsliteratur unterstützen und sich als institutionelles oder disziplinäres Repositorium positionieren können. In diesem Sinne sollen Repositorien, die sich zertifizieren lassen wollen,

  • bestrebt sein, ihre Materialien möglichst Open Access anzubieten, sofern dem keine urheberrechtlichen Hindernisse entgegenstehen,
  • in den Leitlinien die unterschiedlichen Nutzungsrechte erklären.

Eine gezielte Suche nach Open-Access-Materialien muss möglich sein, OA-Materialien müssen in den Trefferlisten grafisch kenntlich gemacht werden (Mindestanforderung M.1-4).

 

In welchem Umfang sind Sperrfristen / Embargo-Fristen vor der Open-Access-Bereitstellung möglich?
Grundsätzlich sind Embargo-Fristen möglich. Solche Fristen sollten so kurz wie möglich gewählt werden und nach Möglichkeit vermieden werden. Diese Vorgehensweise ist in den Leitlinien zu erklären.

 

Sind Request-Funktionen möglich, oder stehen sie einer Zertifizierung entgegen?
Request-Funktionen, die eine direkte Anfrage nach einer kostenlosen Kopie bei den Autorinnen und Autoren ermöglichen, sind kein Hinderungsgrund für die Zertifizierung. Im Gegenteil, es handelt sich hierbei sogar um einen nützlichen Service im Umgang mit Materialien, die einem Zugriffsembargo unterliegen (sog. „Copy-Request Button“).

 

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Autorenbetreuung

Wie ist zu verfahren, wenn Autorinnen/Autoren ein Dokument überarbeiten und austauschen wollen?
Wünschen die Autorin bzw. der Autor, eine überarbeitete Version bereitzustellen, so wird diese Version grundsätzlich als ein neues Dokument behandelt und neu ins Repositorium hochgeladen, wobei immer auch ein neuer „Persistent Identifier“ zu verwenden ist, der eindeutig genau dieser Version zugeordnet wird. Zusätzlich sollte das ältere Dokument im Repositorium verbleiben, und auf die neue Version wird möglichst durch Verlinkung hingewiesen (siehe Mindestanforderungen M.5-6, M.5-7, M.5-9, M.8-3 – Empfehlung E.5-2).

 

Ist ein rein englischsprachiges Angebot zertifizierungsfähig?
Ja, sofern die Leitlinien und die Deposit Licence auch auf Deutsch bereitgestellt werden.

 

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Rechtliche Aspekte

Bitte beachten Sie, dass wir keine verbindlichen Rechtsauskünfte erteilen können. Im Zweifelsfall empfehlen wir Ihnen, eine Fachberatung einzuholen.

 

Darf die Deposit-Lizenz eine Befristung der Bereitstellung im Open Access oder ein Widerrufsrecht vorsehen?
Nein. Dokumenten- und Publikationsservices zielen auf die dauerhafte Open-Access-Bereitstellung wissenschaftlicher Publikationen und anderer Materialien. Daher sollte eine Befristung durch den Servicebetreibenden ausgeschlossen werden. Die Open-Access-Bereitstellung kann jedoch zeitlich verzögert erfolgen, wenn der sofortigen Bereitstellung rechtliche Gründe entgegenstehen, siehe „Embargo-Fristen“ oben.

 

Warum ist die Nutzung einer Deposit-Lizenz zur Rechteeinräumung für Zweitveröffentlichungen nicht mehr verpflichtend?
Eine Zweitveröffentlichung kann legal ausgehend von verschiedenen Konstellationen vorgenommen werden: Möglich sind die Einräumung der Nutzungsrechte

  1. durch die Autorinnen und Autoren: Womöglich der häufigste Anwendungsfall für eine Zweitveröffentlichung ist die Rechteeinräumung durch die Autorinnen und Autoren selbst. Häufig haben Autorinnen und Autoren exklusive Rechte an den Verlag abgetreten. Mitunter werden im Verlagsvertrag jedoch einfache Nutzungsrechte für die Autorinnen und Autoren für bestimmte Arten der Zweitveröffentlichung geregelt, oder diese Rechte werden den Autorinnen und Autoren im Rahmen von allgemein gültigen Verlagspolicy zugestanden. Vielfach verfügen die Autorinnen und Autoren nicht mehr über die ausreichenden Rechte, um der das Repositorium betreibenden Institution alle Rechte einzuräumen, die im Zertifikat als verpflichtender Bestandteil der Deposit-Lizenz für Erstveröffentlichungen benannt werden.Wichtig ist jedoch, dass die betreibende Einrichtung nachweisen kann, dass die Zweitveröffentlichung mit Zustimmung der Autorinnen und Autoren erfolgt.
  2. durch Verlage als Rechteinhaberinnen bzw. Rechteinhaber: Hier sind insbesondere Open-Access-Rechte für Institutionen, die im Rahmen von Allianz- und Nationallizenzen erworben wurden, zu nennen. Eine Zustimmung der Autorinnen und Autoren ist formal nicht erforderlich. Daneben sind weitere Fälle denkbar, in denen Verlage als Rechteinhaberinnen bzw. Rechteinhaber der das Repositorium betreibenden Institution direkt die Rechte einräumen. Ein Praxisbeispiel ist PubMed Central; hier werden Inhalte überwiegend auf Basis der direkten Rechteeinräumung durch Verlage frei verfügbar gemacht.
  3. infolge einer Open-Content-Lizenz: Steht eine Publikation unter einer freien Lizenz, kann der Betreiber eine Zweitveröffentlichung unter Berufung auf die Rechte vornehmen, die jedermann im Rahmen dieser freien Lizenz eingeräumt werden. Auf die Einhaltung der Lizenzbedingungen der freien Lizenz ist entsprechend zu achten. Eine Zustimmung der Autorinnen und Autoren ist formal nicht erforderlich. Die das Repositorium betreibende Institution sollte sicherstellen, dass die rechtliche Basis (die freie Lizenz) transparent und eindeutig nach außen dargestellt wird.

 

Kann auch für Zweitveröffentlichungen eine Deposit-Lizenz zur Rechteeinräumung genutzt werden? (vgl. Mindestanforderung M.4-7)
Selbstverständlich steht es der das Repositorium betreibenden Institution frei, sich die Rechte auch für Zweitveröffentlichungen von Autorinnen und Autoren mithilfe von einer Deposit-Lizenz einräumen zu lassen. Das Zertifikat schließt diese Möglichkeit nicht aus, aber im Vergleich zu früheren Zertifikatsversionen ist die Verwendung einer Deposit-Lizenz in diesem Fall nicht verpflichtend.

 

Wie kann die Haftung des Servers gegenüber Ansprüchen Dritter ausgeschlossen werden?
Einen Überblick über Haftungsfragen gibt Kapitel 6 in Rechtliche Rahmenbedingungen von Open Access-Publikationen (hg. von G. Spindler, Universitätsverlag Göttingen 2006). Hier finden sich auch Formulierungsvorschläge. Wird ein Repositorium redaktionell betreut (d.h. die Freischaltung erfolgt durch die betreibende Einrichtung), ist davon auszugehen, dass eine vollständige Haftungsfreistellung der betreibenden Einrichtung rechtlich nicht möglich ist. Justitiariate von betreibenden Einrichtungen vertreten häufig eine andere Position. Ein Gutachten, dass Fragen der Haftung von Repositorienbetreibenden eingehend untersucht, kommt jedoch zu dem Schluss, dass eine vollständige Haftungsfreistellung der Repositorienbetreibenden nicht rechtskräftig ist (vgl. Gutachten Wiebe 2011). In jedem Fall sollten Autorinnen und Autoren darauf hingewiesen werden, dass Ihnen die Einhaltung rechtlicher Bestimmungen obliegt (vgl. M.4-8). Auf diese Weise können Risiken im Fall von Schadensersatzforderungen o.Ä. minimiert werden.

 

Warum sollte über eine Rechteeinräumung (Deposit Licence) hinaus eine Open-Content-Lizenz (insb. Creative-Commons-Lizenzen) angeboten werden (Mindestanforderung M.4-6 bei Erstveröffentlichungen)?
Die "Deposit Licence" regelt primär das Verhältnis zwischen Autorin bzw. Autor und Repositorium. Dem Repositorium wird dabei in der Regel lediglich ein einfaches Nutzungsrecht zur freien elektronischen Publikation im Internet und zur Archivierung auf dem Dokumentenserver eingeräumt. Im Rahmen der öffentlichen Bereitstellung sind Endnutzerinnen und Endnutzer nur dazu berechtigt, die Dokumente zum privaten oder sonstigen eigenen Gebrauch herunterzuladen, zu speichern oder in kleiner Zahl zu drucken (§§ 52 und 53 UrhG). Weitergehende Rechte, wie z. B. die Weitergabe des Dokumentes, können Autorin bzw. Autor den Endnutzerinnen und Endnutzern über sog. Open-Content-Lizenzen  einräumen – am verbreitetsten sind dabei Creative-Commons-Lizenzen. Bei Erstveröffentlichungen müssen Repositorien dies unterstützen, indem sie eine Möglichkeit der Open-Content-Lizenzierung direkt beim Hochladen von Dokumenten anbieten.

Vor allem bei einer nachträglichen Lizenzierung bereits veröffentlichter Dokumente sind allerdings bestehende Lizenzvereinbarungen, beispielsweise solche mit den Verlagen, zu berücksichtigen. Eine Open-Content-Lizenzierung ist also vor allem bei Zweitveröffentlichungen rechtlich nicht immer möglich. Einige Verlage hingegen verlangen explizit, dass eine Manuskriptversion unter eine (vergleichsweise restriktive) freie Lizenz gestellt wird; als Beispiel ist insbes. Elsevier zu nennen. Im Fall einer Zweitveröffentlichung ist in jedem Fall darauf zu achten, dass die jeweiligen Bedingungen der Verlage eingehalten werden.

 

In welcher Form sollte die Open-Content-Lizenz durch das Repositorium sichtbar gemacht werden?
Ein Hinweis auf die Open-Content-Lizenz soll sowohl den online angezeigten Informationen, wie auch möglichst dem ausgelieferten Dokument, beigefügt sein. Zudem muss die jeweilige Lizenz-URL in den OAI-Metadaten angegeben werden (Mindestanforderung M.4-10 und M.4-11). Bei Creative-Commons-Lizenzen sollten stets der (vollständige) Lizenzname sowie die (vollständige) Lizenz-URL angegeben bzw. als Link hinterlegt werden.

Beispiel 1: Dokument unter CC BY 3.0 DE

Beispiel 2: Dokument unter CC BY 4.0

 

Falls keine Open-Content-Lizenz vergeben wird, in welcher Form soll dann die Rechtesituation des Dokuments veröffentlicht werden? (Mindestanforderung M.4-10 und M.4-11)
Ziel ist, den rechtlichen Schutzstatus der veröffentlichten Dokumente transparent zu machen, d.h. Nutzerinnen und Nutzer darüber aufzuklären, welche Bedingungen für die weitere Verwendung beachtet werden müssen. Die Rechtesituation soll auch dann grundsätzlich sowohl maschinenlesbar in den Metadaten der veröffentlichten Dokumente (z.B. via OAI-PMH über ein entsprechend ausgefülltes dc-rights-Feld), als auch menschenlesbar über das Webfrontend angegeben werden. Zur Kennzeichnung ist das Vokabular Rightsstatements.org einzubinden, welches Elemente für sowohl die menschen- als auch maschinenlesbare Kennzeichnung bereitstellt. Es ähnelt in der Aufbereitung dem Ansatz von Creative-Commons-Lizenzen (Icon, eindeutiger Lizenzname sowie eindeutige Lizenz-URL) und dürfte somit für die menschliche Nutzerschaft einen Wiedererkennungseffekt erzielen.

Beispiel: Dokument urheberrechtlich geschützt

 

Warum ist ein Impressum im Sinne des Telemediengesetzes obligatorisch (Mindestanforderung M.4-9)?
Ein solches Impressum ist für jede/jeden in Deutschland ansässige/n Anbieter/in elektronischer Informations- und Kommunikationsdienste gesetzlich vorgeschrieben (vgl. § 5 TMG). Es kann dabei auch auf das Impressum der gesamten Einrichtung verwiesen werden, z.B. auf das der Universität.

 

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Informationssicherheit

Wie sollen die technischen Angaben (Betriebskonzept, Dokumentation des technischen Systems) zugänglich gemacht werden (Mindestanforderungen M.5-1 bis M.5-3)?
Falls vorhanden, soll ein Link auf die öffentlich zugängliche Dokumentation der Repositoriumssoftware angeboten werden. Fragen zum Betriebskonzept klären die Gutachterinnen bzw. Gutachter während des Zertifizierungsprozesses direkt mit dem Repositoriumsbetreibenden. Auf Verlangen der Gutachterin bzw. des Gutachters müssen ihnen Softwaredokumentation, Sicherheitskonzepte und ähnliche Dokumentationen zugänglich gemacht werden.

 

Ist eine SSL-Zertifizierung/-Verschlüsselung des Webservers nötig?
Für den Upload von Dokumenten wird diese Sicherheitsmaßnahme als Mindestanforderung vorgeschrieben (Mindestanforderung M.5-10). Grundsätzlich werden die Verwendung aktueller Verschlüsselungsverfahren und die Umstellung des gesamten Webservers auf SSL empfohlen.

 

Müssen alle Dokumente mit einem Persistent Identifier (DOI, Handle, URN) versehen werden (Mindestanforderung M.5-7)?
Ja, denn nur so sind alle Dokumente eines Repositoriums zuverlässig und dauerhaft adressierbar.

 

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Erschließung und Schnittstellen

Welche Variante der Dewey-Dezimalklassifikation (DDC) sollte eingesetzt werden (Mindestanforderung M.6-3)?
DDC sollte gemäß der Verwendung in der Deutschen Nationalbibliografie der Deutschen Nationalbibliothek (http://www.ddc-deutsch.de/) eingesetzt werden.

 

Müssen alle Dokumente nach DDC erschlossen werden (Mindestanforderung M.6-3)?
Ja, denn sonst ist nur ein kleiner Teil der Dokumente im fachlichen Browsing sichtbar, vor allem über die nach DDC-Klassen gebildeten OAI-Sets. Wenn es zum Zeitpunkt der Zertifizierung bereits Altdaten gibt, ist eine vollständige Nachklassifizierung nicht in jedem Fall erforderlich. Insbesondere für alle neu eingestellten Dokumente muss die DDC-Erschließung aber sichergestellt sein.

 

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Langzeitverfügbarkeit

Was ist zu tun, wenn es Dokumentarten gibt, auf die Anforderungen des DINI-Zertifikats nicht zutreffen, wie z. B. die Archivierung der eingereichten Dateien der Autorin/ des Autors im Ablieferungsformat für mindestens 5 Jahre?
Gibt es solche Ausnahmen von der Regel, sollten Sie diese in den Leitlinien formulieren. Zertifiziert wird jedoch nur der Teil des Dienstes, für den die Anforderungen erfüllt sind.

 

Darf die repositoriumsbetreibende Einrichtung die Dokumente technisch verändern?
Grundsätzlich ja (siehe Mindestanforderung M.4-5). Hierfür muss sich die betreibende Einrichtung in der Deposit Licence entsprechende Rechte einräumen lassen. Insbesondere müssen Maßnahmen zur Sicherung der Langzeitverfügbarkeit der Dokumente gestattet sein (z. B. Konvertierung in ein Langzeitarchivierungsformat).

 

Laut Mindestanforderung M.8-2 müssen Dateien frei von Schutzmaßnahmen (DRM – Digital Rights Management) sein. Muss dafür bereits im Uploadprozess eine technische Validierung der Dateien erfolgen oder reicht es, sich vom Autor zusichern zu lassen, dass die Dateien frei von DRM sind?
Eine technische Validierung bereits bei der Einreichung wäre optimal, wird aber derzeit im Zertifikat nicht gefordert.

 

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